Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Berichte    

Pfr. René Weisstanner ist seit dem 1. Juni 2008 in der Reformierten Kirchgemeinde Küsnacht im Gottesdienst, in der Seelsorge und im Bereich Kind und Familie mit einem Arbeitspensum von 80 Prozent tätig.

Liebe Küsnachterinnen, liebe Küsnachter

Mein Gefühl sagt mir, dass ich schon lange in Küsnacht bin – mein Verstand und meine Erfahrung sagen, dass acht Monate eine kurze Zeit sind, um sich an einem neuen Ort einzuleben und zurecht zu finden. Seit wir mit unserer damals fünfköpfigen Familie ins Pfarrhaus an der Glärnischstrasse eingezogen sind, hat sich für uns einiges verändert. Wirkungsfeld, Gemeinde, Wohnort, Haus und vieles andere waren neu. Inzwischen hat sich die Familie sogar noch vergrössert: Nach Johannes (10-jährig), David (5-jährig) und Eva (3-jährig) hält uns nun auch Noah (halbjährig) auf Trab...

Aber wir haben Glück gehabt, an einem so schönen Ort anzukommen! Dank der zahlreichen Begegnungen in der Kirchgemeinde und Nachbarschaft, in Kindergarten und Schule haben wir uns als Familie schon bald wohl gefühlt in Küsnacht. Auch wenn ich Küsnacht nur von Ausflügen mit Schule und Familie her ein wenig kannte, war es für mich nach neun Jahren in Maienfeld, meiner ersten Pfarrstelle, wie Heimkommen. Heimkommen in den Kanton, in welchem ich den grössten Teil meines Lebens verbracht habe und zur Schule gegangen bin, wo ich meinen ersten Beruf gelernt und studiert habe. Die Mentalität der Menschen hier ist mir vertraut, und auch den Zürcher Dialekt habe ich in Graubünden nicht verloren. Nach den Jahren im Einzelpfarramt, in denen ich meinen Beruf in seiner ganzen Vielfalt kennen und lieben gelernt habe, bin ich nun wieder in den Schoss der Zürcher Landeskirche zurückgekehrt, nicht weit von dem Ort (Meilen) entfernt, wo ich vor zehn Jahren bei Pfarrer Lukas Spinner mein Vikariat begonnen hatte. Dort habe ich die Arbeit in einem grösseren Team als sehr bereichernd erfahren, und das geht mir hier an meiner neuen Stelle nicht anders. Auch das Arbeiten in verschiedenen Kommissionen mit motivierten und am kirchlichen Leben beteiligten Menschen empfinde ich als inspirierend und belebend.

Schön zu sehen, wie vielfältig die Angebote unserer Kirchgemeinde sind! Und was an – für mich neu – Möglichkeiten in einer grossen Kirchgemeinde realisierbar ist. Ein erstes Highlight war die KinderWoche während der letzten Herbstferien, wo Kinder und Leiter eine schöne Gemeinschaft erlebten und viel Wertvolles mit nach Hause nehmen konnten. In guter Erinnerung sind mir auch die Jugendgottesdienste geblieben, die für mich in dieser Form neu waren, oder der 6nach6-Gottesdienst, der so kurz ist, dass man in der Predigt ganz schnell auf den Punkt kommen muss. Noch klingt in mir der letzte Jazz-Gottesdienst vom 11. Januar nach, den ich zusammen mit einem ehemaligen Studienkollegen (welcher in Argentinien eine Schweizer Schule leitet) gestalten konnte. Ganz frisch sind die Eindrücke meines ersten Konf-Wahlfachkurses: Eine Gruppe von Konfirmandinnen und Konfirmanden hat, zusammen mit einer Filmemacherin, von der Idee bis zur Musik an einem einzigen Wochen - ende einen eigenen Kurzfilm gedreht, der seither auf «Youtube» steht. Neben diesen besonderen Erlebnissen ist mir der kirchliche Alltag aber genauso wichtig: Das «Fiire mit de Chliine», der Konfirmandenunterricht, das Begleiten von Menschen in schweren und in frohen Lebens lagen, die ganz gewöhnlichen Gottesdienste, die gesamte Vielfalt des Pfarrberufes eben. Am Herzen liegt mir eine Kirche, die für möglichst viele Menschen einladend ist, wo sich Menschen geborgen und daheim fühlen. Damit das so sein kann, braucht es Vertrautes, braucht es eine gewisse Kontinuität. Damit es so bleibt, müssen wir aber auch immer wieder das Neue wagen und uns fragen, wie wir die Kirche auch für kirchenfernere Menschen attraktiv und zugänglich gestalten können.

Auf die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten freue ich mich auch nach acht Monaten – und auf die Begegnungen und Gespräche mit Ihnen. Mit einer so grossen Familie und einem so nahe liegenden Arbeitsschwerpunkt ergeben sich die Berührungspunkte oft wie von selbst...
Pfr. René Weisstanner

 
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Mensch und Kirche
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