Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Berichte    

Vielleicht wissen Sie, dass ich manchmal bei Gottesdiensten, Abdankungen
oder in der «Chile für chliini Chind» die Orgel spiele? Und dass ich das Glück habe, auf unserer schönen Orgel in Küsnacht üben zu dürfen. Sie möchten wissen, wie ich dazu gekommen bin?

Also, schön der Reihe nach: Martin Huggel brauchte vor langer Zeit für die Auf-
führung eines Chorwerks ein Cembalo. Damals war die Kirchgemeinde Küsnacht noch nicht im Besitz eines solchen Instruments, aber das Lehrerseminar hatte
kurz vorher ein Cembalo angeschafft. Rektor Hans Zulliger erklärte sich zur Aus-
leihe bereit, mit der Auflage, dass das Instrument von einem Seminarlehrer gespielt
werde. So erhielt ich als junger Klavierlehrer am damaligen Seminar, der heutigen Kantonsschule Küsnacht, die Möglichkeit, mich mit diesem Instrument vertraut zu machen. Das löste einiges aus: Ich musste das Stimmen des Cembalos erlernen, und dieserWeg führte mich hin bis zum teilweisen Eigenbau eines Cembalos.

Bei Werken ohne Continuo begann ich im Tenor der Jürgen-Kantorei mitzusingen. Bald wurde ich ein regelmässig mitsingender Chorsänger. Alice Traupel gab ihre  Tätigkeit als zweite Organistin altershalber auf. Bei mir kam die Pensionierung näher. Da stiess die Einladung des Organisten, ihn auf der Orgel zu vertreten, bei mir auf offene Ohren.

Ich begann das Orgelspiel richtig zu erlernen, das heisst: mit dem Einsatz von Händen und von Füssen. Denn nur so erhält die Orgel ihren vollen Klang, wie ein Orchester mit Kontrabass. Dabei machte ich die Erfahrung, dass das gar nicht so leicht ist. Wenn ein Mensch fast ein Leben lang den Bass mit der linken Hand gespielt hat, braucht es einige Zeit, Übung und Geduld, den Bass mit den Füssen auf einer separaten Klaviatur zu spielen. Aber jetzt kommt die Hauptsache: Es macht sehr grossen Spass, etwas Neues zu lernen! Und durch die Tätigkeit als zweiter Organist komme ich überdies mit vielen interessanten Leuten zusammen. Gemeinsam mit ihnen zu musizieren und Anlässe musikalisch zu begleiten, macht viel Freude! Dass man sich dabei auch menschlich näher kommt, ist ein zusätzliches Geschenk.
                                                                                                                       Franz Krejci

 
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