

Ordnung muss sein
Am 27. September 2009 entscheiden Sie an der Urne über unsere neue Kirchenordnung. Worum geht es?Die Kirchenordnung unserer Evangelisch-reformierten Landeskirche bestimmt Rechte und Pflichten der Mitglieder, Behörden und Mitarbeitenden und regelt den Umgang mit Finanzen und
Liegenschaften. Das Wirken der Kirche wird darin in vier «Handlungsfeldern» fest gelegt: Gottesdienst und Verkündigung, Bildung und Spiritualität, Diakonie und Seelsorge sowie Leitung und Gemeindeaufbau. Diese Handlungsfelder machen deutlich, dass Kirche nicht nur am Sonntagmorgen stattfindet. Neu wird auch darauf eingegangen, inwiefern unsere Landeskirche ein Teil der weltweiten Kirche Jesu Christi ist: Wichtige Akzente liegen dabei für die Landeskirche in der ökumenischen Zusammenarbeit und im interreligiösen Dialog.
Warum eine neue Kirchenordnung?
Die Reformierte Landeskirche ist öffentlich-rechtlich anerkannt, was in der Kantonsverfassung von 2005 festgehalten ist. Für Einzelheiten verweist sie auf das neue Kirchengesetz, das am 1. Januar 2010 in Kraft treten wird. Dieser veränderte staatliche Rahmen mit Kantonsverfassung und Kirchengesetz bedingt, dass auch die bis anhin geltende Kirchenordnung von 1967 berarbeitet werden musste.
Was will die neue Kirchenordnung?
Die Zürcher Landeskirche hat 480’000 Mitglieder, was 36 Prozent der Bevölkerung entspricht. Entsprechend gross ist die Verantwortung der Landeskirche. Die Kirchenordnung trägt dazu bei, dass die Mittel sorgfältig und zielgerichtet eingesetzt werden. Dies erfordert Rahmenbedingungen, die ausgleichen und unterstützen, ohne indessen einzuengen: Es geht darum, für alle 181 Kirchgemeinden soviel Freiraum wie möglich zu erhalten und nur so viele Regelungen wie notwendig zu schaffen. Die Kirchgemeinde soll möglichst autonome «Kirche am Ort» sein. Darüber hinaus betont die Kirchenordnung auch gesamtkirchliche Projekte: Als «Kirche am Weg» geht die Landeskirche dort auf die Menschen zu, wo diese sich ausserhalb ihrer Wohngemeinde bewegen, etwa am Hauptbahnhof Zürich, im Flughafen, in den Spitälern oder auch in einem Einkaufszentrum.
Was ist anders in der neuen Kirchenordnung?
Neu haben alle Mitglieder ab 16 Jahren das aktive Stimm- und Wahlrecht. Ausschlaggebend für die Senkung der Altersgrenze ist die Betonung der Religionsmündigkeit, die mit der Konfirmation erreicht wird. Dieses Recht gilt auch für die rund drei Prozent Mitglieder mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Beim passiven Wahlrecht, also bei der Wahl in eine kirchliche Behörde, bleibt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Die Amtsdauer für die Pfarrpersonen beträgt neu vier statt sechs Jahre. Die bisherige stille Bestätigungswahl wird durch eine Wiederwahl an der Urne ersetzt. Die Stimmberechtigten erhalten so die Möglichkeit, ihrem Pfarrer, ihrer Pfarrerin alle vier Jahre das Vertrauen auszusprechen.
Mit Ihrer Ja-Stimme tragen Sie dazu bei, dass unsere Kirchgemeinde und die Landeskirche für die Herausforderungen der kommenden Zeiten eine tragfähige Grundlage erhalten.
Pfr. Andrea Marco Bianca
GesprächeDie heutige Zeit bietet viele Möglichkeiten des Kommunizierens: Reden von Angesicht zu Angesicht, Telefonieren, SMS schreiben, Mailen, Briefe schreiben und vieles mehr.
Ich frage mich aber, ob wir uns besser verständigen können durch diese Vielfalt. Ich selber tue mich eher schwer mit all den Möglichkeiten. Ich sehe gerne meinem Gegenüber in die Augen. Für mich sind der Gesichtsausdruck, die Mimik, die Gesten beim Reden ein wichtiger Bestandteil eines Gesprächs. Oft hat man eine Nachricht schnell per Mail oder SMS deponiert und ist somit den Druck los, diese Mitteilung weiter zu leiten. Das ist praktisch und kann auch effizient sein, damit eine Nachricht schnell zum Empfänger kommt, ohne dass man ihn persönlich zeitlich in Anspruch nehmen muss. Manchmal aber kann dies auch Auslöser für Aufregung und Sorge sein, die bei einem persönlichen Gespräch nicht entstehen würde, da man direkt nachfragen oder sich erklären kann. Zum Gespräch gehört als wichtigster Baustein das Zuhören. Wir alle sollten uns wieder einmal Gedanken darüber machen, wie wir mit jemandem ein Gespräch führen. Was wünschen wir, wie man auf uns reagiert? Was erwartet das Gegenüber von uns? Bin ich bereit, mich auf etwas einzulassen? Bin ich bereit zuzuhören? Bin ich bereit ehrlich zu sein? Bin ich bereit mir Zeit zu nehmen? Ich freue mich auf das nächste Gespräch. Vielleicht mit Ihnen?
Linda Temperli
