Leitartikel & Editorial «info» September 2004


Leere KircheLeere Kirchen, das war das Thema des Editorials vom August. Für mich hat eine leere, ruhige Kirche aber auch eine andere, positive Bedeutung.
Die grossen, meist kühlen Kirchenräume sind heute einige der wenigen Orte, wo man noch Ruhe finden kann. Es stimmt, in diesem grossen Raum wird man auf sich selbst zurückgeworfen. Keine umsatzsteigernde Musikberieselung, keine marktschreierischen Plakate, kaum etwas was einem ablenkt oder geniesserisch einlullt – nur sich selber.
Ich finde solche Räume muss es auch heute und in Zukunft geben. Sie scheinen mir wichtig, bilden sie doch einen Kontrapunkt in dieser hektischen Gesellschaft.
Viele Klostergemeinschaften verspüren eine wachsende Nachfrage nach kürzerer oder längerer Verweilzeit in Ruhe und spiritueller Besinnlichkeit.
Auch unsere Kirche soll ein solcher Ruhepool sein und bleiben. Seit längerer Zeit ist die Kirche täglich von acht bis acht Uhr geöffnet (Im Winter bis sechs Uhr).
Seit drei Jahren steht ein kleiner Tisch mit einem Fürbitte-Buch und einigen zu entzündenden Kerzen bereit. Die rege Benützung hat uns dazu bewogen, diese Andachtsecke etwas zu erweitern. Eine kleine Arbeitsgruppe, zu der auch Heidi Ringli(Ressortleiterin Gottesdienst und Musik) und Pfarrer Jack Brush gehören, setzt sich derzeit mit diesen stillen Bedürfnissen auseinander.
Auf ein Willkommen in der stillen Kirche, sie ist für Sie da!
Christoph Schweiss
