

Warum sich konfirmieren lassen?
Im Juni finden in unserer Kirche wieder Konfirmationen statt. Eine Studie für die Zürcher Landeskirche, bei welcher auch eine meiner Konfklassen beteiligt war, hat die «Konfzeit» unter die Lupe genommen.Insgesamt äussern sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden eher distanziert zu christlichen Glaubensinhalten und zur Kirche als Institution. Dies zeigt sich bereits bei den Zielsetzungen zu Beginn der Konfzeit: Zuoberst steht die Aussicht auf Geschenke oder Geld (66 Prozent), ein grosses Familienfest (60 Prozent) und die Gemeinschaft in der Konf - gruppe (47 Prozent). Die Frage, ob sie mehr über Gott und Glauben erfahren wollen, erhält hingegen nur 25 Prozent Zustimmung. Am meisten zugestimmt werden den Aussichten, ohne Stress durch die Konfzeit zu kommen und ein tolles Konflager zu erleben. Für eine Teilnahme am Konfunterricht entschieden haben sich die meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden aufgrund einer Mischung von Familientradition und eigenem
Antrieb. Ihre persönlichen Motive waren, dass sich Freundinnen und Freunde ebenfalls konfirmieren lassen (31 Prozent Zustimmung) und die Erwartung, «dass die Konfzeit auch Spass macht» (34 Prozent). Favoriten bei den Themen sind bei den Jugendlichen Freundschaft (87 Prozent) und Sinn des Lebens (72 Prozent), Schlusslichter die Kirchgemeinde (18 Prozent), Ablauf und Sinn des Gottesdienstes (21 Prozent) und Abendmahl (23 Prozent). Am schlechtes ten weg kommt der Gottesdienst am Sonntagmorgen: diesen regelmässig besuchen will nur eine Minderheit von 15 Prozent, und eine Mehrheit (61 Prozent) findet ihn auch am Konf ende «meistens langweilig». Warum sich also dennoch konfirmieren lassen? Meine eigenen Erfahrungen decken sich mit dem Fazit der Studie: Trotz wenig religiöser Erwartungen glauben noch 45 Prozent der Konfirmandinnen und Konfirmanden an Gott und 53 Prozent daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Und immerhin sind 30 Prozent überzeugt, die Welt sei von Gott erschaffen worden und Jesus sei auferstanden. Mit diesen Ansichten gilt es, sich in gemeinsamen Diskussionen auseinanderzusetzen. Viele Konfirmandinnen und Konfirmanden finden nach solchen Diskussionen, dass sie bessere Grundlagen erhalten haben, um über den Glauben entscheiden zu können. Die Zufriedenheit am Ende der Konfzeit ist entsprechend gross. 66 Prozent sind grundsätzlich und 74 Prozent mit der Pfarrperson zufrieden. Während zwar nur 23 Prozent denken, in schwierigen Situationen helfe ihnen ihr Glaube an Gott, so sind doch 65 Prozent überzeugt, die Kirche tue viel Gutes. Das Gefühl zur Kirche zu gehören, ist während der Konfzeit gestärkt worden (Zunahme von 21 Prozent auf 30 Prozent). Aufholbedarf besteht bei den Angeboten nach der Konfirmation. Nur 9 Prozent zeigen Interesse, in einer kirchlichen Jugendgruppe mitzumachen. Und bei persönlichen Problemen würden sich nur 10 Prozent an eine Pfarrperson wenden. In Küsnacht sind wir deshalb ein wenig stolz auf unseren «Konftreff»: Seit vielen Jahren trifft sich am ersten Dienstag im Monat ein gutes Dutzend Konfirmierte zum gemeinsamen Austausch mit ihrem Pfarrer oder Jugendarbeiter. Dabei werden auch persönliche Probleme besprochen. Und per SMS und Facebook bleiben wir mit vielen ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden auch darüber hinaus in Kontakt.
Pfarrer Andrea Marco Bianca
Moderne Zelten
Kürzlich sah ich mir im Fernsehen «Total Birgit» an. Darin verkörpert Birgit Steinegger Frau Iseli, die stets allerhand erlebt: So berät sie – im Bett eines Möbelgeschäfts eingeklemmt – ihre Nachbarin Frau
Schrupatelli via Handy in Sachen TV-Fernbedienung. Das fruchtet allerdings nichts, weshalb Frau
Schrupatelli die Hotline anruft. Dort kommt man mit dem Computer nicht klar und verkauft versehentlich
40 Tonnen Gold – was eine weltweite Krise auslöst, da die Börsenkurse rapid sinken... Ich amüsierte mich köstlich über diese Episode, weil das Ganze völlig überzeichnet war. Wenig später musste ich mich selber über die modernen Zeiten ärgern: Ich wollte Kleingeld zur Bank bringen und für die Ferien in Euro umtauschen. Am Schalter wies man mich zurecht, man nehme kein «Münz» mehr entgegen, ich müsse das Kleingeld am Bankomaten zählen lassen. Eine Bankhostess war mir behilflich, aber nach Einschieben meiner Bankkarte liess sich kein Münz einzahlen, weil es eine Partnerkarte war. Die Hostess zahlte dann netterweise alles mit ihrer Karte ein und überwies schliesslich das Geld
von ihrer Karte auf mein Bankkonto. Somit war ich zwar um etwas Geld reicher, aber Euro hatte ich noch immer keine. Auf meine Frage, ob ich jetzt meine Euronoten doch noch erhalten könnte, meinte die Hostess, ich müsse mich halt noch mals zum Bankomaten oder zum Schalter bemühen...
Brigitte Meier
