Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Leitartikel & Editorial    «info» Juni 2009
 

Heilige Stätten - Orte der Kraft

Von Juni bis September sind vier Wanderungen mit Barbara Hutzl-Ronge, der Autorin des kulturhistorischen Reiseführers «Magisches Zürich», geplant. Zu erwarten sind neben dem Natur- und Gemeinschaftserlebnis Einblicke in religions- und kirchengeschichtliche Zusammenhänge und in die reiche Sagenwelt. Doch sind die sagenumwobenen Orte wirklich Orte der Kraft? Ja, gibt es das überhaupt?

Schon im Alten Testament lesen wir von heiligen Orten – und oft schimmern dort ältere Geschichten hindurch. Gott erscheint dem Abraham bei der Eiche von Mamre. Jakob träumt an der heiligen Stätte von Bethel von der Himmelsleiter und kämpft später mit einem Mann am Jabbok-Fluss – ob es Gott war oder ein Engel, ob ein Dämon oder ein Flussgeist, bleibt unklar.

Im Johannes-Evangelium lesen wir als Erklärung für die Heilungen am Teich von Bethesda, dass ab und zu ein Engel vom Himmel herab steige und das Wasser bewege. Da brach wohl eine Quelle in der Tiefe auf. Ähnliche Geschichten ranken sich um Höhlen, Bäume und Steine. Und oft war dort, wo Kirchen gebaut wurden, schon vorher ein Heiligtum.

Es gibt Menschen, die glauben, an besonderen Orten besondere Kräfte zu spüren – ja, sogar messen zu können: bei den Pyramiden, in Steinkreisen, in alten Kirchen, aber auch in der Natur: unter einem Baum, an einer Quelle, in einer Höhle.

Das lässt sich zwar nicht beweisen; doch die Erfahrung, dass einem an manchen Orten wohler ist als an anderen, dass in einem Raum eine gute Atmosphäre zu spüren ist, während uns in einem anderen eher beklommen zumute wird, kennen wohl alle. Und viele haben draussen in der Natur einen Lieblingsplatz, zu dem sie immer wieder gehen, um auszuruhen und um – vielleicht ganz unbewusst – Kraft zu schöpfen.

Lassen Sie Sich auf die eine oder andere Art verzaubern! Wandern Sie mit uns durchs Tobel zur Drachenhöhle und über blühende Wiesen zur uralten Eiche auf der Blüemlisalp und zum Pflugstein, von der Felsenegg über den Üetli - berg zum Fraumünster, durchs Bachser Tal und ins Tösstal.

Da gibt es spannende Geschichten von Drachen und ihren Bezwingern, von unglücklichen Liebespaaren und alten Fruchtbarkeitsritualen, zauberhafte Landschaften mit Quellen und Bächen und uralten Bäumen, alte Kirchen mit ihrer Geschichte und bemalt mit Fresken... Entdecken Sie mit uns Höhlen und Quellen, Bäume, Kirchen und Steine und – wer weiss – vielleicht heilige Orte.
Pfr. Brigitte Crummenerl

Die Wanderungen finden an den Samstagen, 6. Juni, 4. Juli und 22. August, sowie am Sonn - tag, 13. September, statt.



 

Café Littéraire – eine literarische LebenshilfeLass mich auf dem Weg zu mir selbst den Mut nicht verlieren und das Gute, das in mir ist, aufleuchten lassen, dass ich mich meiner freuen kann.

Dieser Spruch von Eleonore Beck symbolisiert das Wirken des 1975 von Pfr. Walter Koch ins Leben gerufenen ökumenischen Literaturkreises in Küsnacht. Seit 1980 leitet ein ehrenamtliches Team die Zusammenkünfte im Jürgehus. Anhand literarischer, religiöser und psychologischer Texte diskutieren jeden zweiten Mittwoch von 10 bis 11 Uhr etwa 30 Küsnachterinnen über Lebensprobleme und Sinnfragen.

Als eines der ersten Bücher wurde «Ich bin o.k. – Du bist o.k.» von Thomas Harris besprochen. Dabei lernten wir, uns selber besser zu verstehen und die Einstellung andern gegenüber zu ändern. In all den Jahren wurden nicht nur psychologische, sondern auch Bücher aus anderen Sparten und Zeitepochen gelesen. Das Anliegen blieb aber immer gleich: Was kann ich für mich aus dem Gelesenen profitieren? Das Diskutieren im Kreise Gleichgesinnter bedeutet, anderen zuzuhören, Selbstvertrauen aufzubauen, seinen Horizont zu erweitern oder ganz einfach dazu zu gehören.

Die Besprechungen stehen auf einem hohen Niveau. Ab und zu werden Autoren zu den Diskussionen eingeladen, so der Schriftsteller Thomas Hürlimann. Haben auch Sie Lust, einmal mitzumachen?
Heidi Ringli

Mensch und Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich