Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Leitartikel & Editorial    «info» Juni 2005
 

Das Erbe Dietrich Bonhoeffers – Religion und Glaube

Am 9. April dieses Jahres wurde der 60. Todestag Dietrich Bonhoeffers gefeiert. Wie kein anderer Theologe des 20. Jahrhunderts ist er in weiten Kreisen innerhalb und ausserhalb der deutschsprachigen Welt wohl bekannt.

Ein Zeichen dafür ist sein in der Zeit seiner Verhaftung geschriebenes Gedicht «Von guten Mächten», das als Gedicht und als Lied in unserem Gesangsbuch aufgenommen wurde. «Von  guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am  Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.» Wer aber von den Schriften Bonhoeffers nur das Gedicht «Von guten Mächten» kennt, der liest seine Äusserungen zum  Thema «Religion und Glaube» in den letzten Monaten seines Lebens mit Erstaunen, wenn nicht  geradezu mit Befremden. In einer Zeit, in der Bonhoeffer mit den äussersten Konsequenzen seiner Verhaftung rechnen musste, dachte er nicht primär über das Jenseits nach, sondern er  stellte sich gedanklich in die Mitte und Fülle des Lebens und befasste sich mit der Mündigkeit der  Welt und der Diesseitigkeit des Christentums. Was ihn dazu bewogen hatte, war seine Wahrnehmung der Säkularisierung der westlichen Kultur und die damit verbundene Notwendigkeit eines neuen Verständnisses des christlichen Glaubens. In einem Brief vom 30.  April 1944 schreibt er aus der Haft an seinen Freund Eberhard Bethge: «Was mich unablässig bewegt, ist die Frage, was das Christentum oder auch wer Christus heute für uns eigentlich ist. ... Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen; die Menschen können einfach, so wie sie nun einmal sind, nicht mehr religiös sein. Auch diejenigen, die sich ehrlich als ‘religiös’ bezeichnen, praktizieren das in keiner Weise; sie meinen also vermutlich mit ‘religiös’ etwas ganz anderes.» Das Verschwinden der Religion bedeutet aber für Bonhoeffer keineswegs die Abschaffung des Christentums und des christlichen Glaubens. Im Gegenteil: Die Abschaffung  der falschen Gottesvorstellung der Religion macht den Blick für den Gottder Bibel und den christlichen Glauben frei. Denn Jesus ruft uns nicht zu einer neuen Religion, sondern zum Glauben im Sinne der Teilnahme an seinem Leben – einem Leben, das sich als «Für-andere-dasein» in konkreten Situationen entfaltet. Im Juni werden 52 Jugendliche in unserer Kirche konfirmiert. Als Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sie sich im Unterricht mit wichtigen Lebensfragen aus der Sicht des Glaubens und der Ethik befasst – mit dem, was Bonhoeffer das «Für-anderedasein» genannt hat. Bonhoeffer selber war es nicht vergönnt, sein «Leben für andere» nach dem Krieg weiter zu führen. Jedoch bleibt sein geistiges Erbe. Und wir – Konfirmandinnen, Konfirmanden und Erwachsene zugleich – haben noch heute die Gelegenheit, das wahre Christentum im Sinne des «Für-andere-daseins» in unserem Leben zu entfalten. Mit diesem Wort wünsche ich allen neu Konfirmierten unserer Gemeinde den Segen Gottes und die Fülle des Lebens.
Pfarrer Jack E. Brush


 

Ein Hauswart mit Bauführerqualitäten!Der Hauswart unseres Kirchgemeindehauses ist ein Handwerker, nämlich gelernter Spengler. Auch wenn er ein guter Handwerker ist, so macht dies in der Regel aber noch keinen Bauführer aus. Nicht so bei unserem Hauswart!
Von ihm waren wir uns schon immer gute Arbeit gewohnt: Er legt überall dort Hand an, wo handwerkliche Hilfe gefragt ist. Er ist «die Axt» im (Kirchgemeinde-)Haus und «erspart» uns dank seines Könnens und Geschickes erhebliche Kosten.
Sich selber übertroffen hat er sich nun aber bei den Umbauarbeiten des Kirchgemeindehauses:
Immer und immer wieder war er als erster, und oft auch als letzter, auf der Baustelle, sorgte – zusammen mit seiner Frau – für das leibliche Wohl der Handwerker, kümmerte sich um die lärmgeplagte Nachbarschaft, war auf Sauberkeit auf der Baustelle bedacht und packte zu, wo dies notwendig war… Ein Mann für alle Fälle! Durch die Eigenleistungen unseres Hauswartes als «Co-Bauführer» hat die Kirchgemeinde viel Geld sparen und vermutlich auch um einiges nervenschonender umbauen können.
Deshalb geht denn auch mein ganz persönlicher herzlicher Dank an unseren Hauswart Ueli Oesch und an seine Frau Sonia, denen ich auch für die Zeit nach der Eröffnung des umgebauten
Kirchgemeindehauses weiterhin ein gefreutes Engagement und viele frohe Begegnungen und gute Erlebnisse wünsche.
Kurt Berchtold, Kirchenpflegepräsident
Mensch und Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich