Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Leitartikel & Editorial    «info» Mai 2012
 

«Alles neu macht der Mai......macht die Seele frisch und frei...»

Beschwingt öffne ich die Fenster, lasse die frische Frühlingsluft herein und betrete den Garten. Ich atme tief ein, mein Gemüt erhellt sich – der Wonnemonat Mai steht vor der Tür. Ist das nicht wunderbar!? Die Natur erstrahlt in ihrer ganzen Pracht. Alles blüht... Die Natur – kraftvoll und von Leben erfüllt.

Passend dazu befinden wir uns auch im Kirchenjahr in einer von Leben erfüllten Zeit, der so genannten österlichen Freudenzeit. So wird die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten bezeichnet.  Fünfzig Tage dauert sie. In diesen Tagen erinnern wir uns an die Zeit nach dem Tod Jesu, an  eine Zeit, in der Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern in unterschiedlichen Situationen und auf verschiedene Weisen noch einmal begegnet ist, an die Zeit, in der er endgültig von dieser Erde entschwand und der kraftvolle Geist in die Welt gesandt wurde.

An Ostern ist das Leben in die Welt zurückgekehrt. Doch es war keine Wiederherstellung der früheren Verhältnisse. Nichts war mehr wie früher! Ich frage mich, ob sich die Jüngerinnen und Jünger mit der Bezeichnung «österliche Freudenzeit» einverstanden erklärt hätten. Ich stelle mir vor, dass sie ob der vergangenen Ereignisse noch immer sehr irritiert und aufgewühlt waren. Sie hatten sich vor einiger Zeit dafür entschieden, ihr Leben an einer neuartigen Botschaft auszurichten und liessen dafür ihr altbekanntes, vertrautes Leben zurück. Das war ein massiver Einschnitt im Leben, der nicht nur angenehme Konsequenzen mit sich brachte. Es war ein Abschied und ein Schritt in eine zwar hoffnungsvolle und faszinierende, zugleich aber auch ungewisse Zukunft. Und dann der Schock – derjenige, der ihnen den Weg wies, wurde ihnen auf grauenvolle Weise genommen. Zwar ist er zurückgekehrt, auf mysteriöse Art und Weise, aber wie konnte es jetzt weitergehen? Es gab kein Zurück! Die Jüngerinnen und Jünger fanden
sich in einer neuen, ungewohnten Situation wieder. Wie konnten sie ein Leben ohne ihren Meister im Sinne seiner unbedingten Liebesbotschaft weiterführen?

Liebe Leserin, lieber Leser, immer mal wieder finden wir uns in einer Lebenssituation, in der es kein Zurück mehr gibt, in der wir irritiert, aufgewühlt und orientierungslos dastehen und in die ungewisse Zukunft blicken. Veränderungen gehören zum Leben. Sie treiben uns voran, lassen uns wachsen und aufblühen. Veränderte Lebensumstände bringen neben allem Abschied und Schmerz immer auch die Chance mit sich, das Leben neu zu gestalten und sich neu ein- und auszurichten. Gott hat die Jüngerinnen und Jünger nicht im Stich gelassen. Jesus ist zwar von dieser Welt gegangen. Er hat seine Gefolgschaft zurückgelassen. Doch ihr wurde die Kraft des
Geistes mit auf den Weg gegeben. Daran erinnern wir uns an Pfingsten. Auf diese begleitende Kraft dürfen auch wir vertrauen, gerade dann wenn wir uns in einer veränderten Lebenssituation wieder finden und vielleicht mit gemischten Gefühlen in die Zukunft blicken.

Pfr. Anne-Marie Helbling-Vogel



 

Gesundheit

Sobald die wärmeren Temperaturen im Frühling Einzug halten, ist es uns auch wieder wärmer ums Herz. Wir reissen die Fenster auf und lassen die lauwarme Frühlingssonne in die gute Stube. Überall können wir zusehen, wie die Pflanzen wachsen, die Osterglocken blühen und… Hatschi!! – Gesundheit! Schon fängt der Heuschnupfen an. Die Haseln und Birken blühen und wenn die Bise noch kräftig bläst, dann laufen Augen und Nase. Viele Menschen sind von  Heuschnupfen betroffen, so auch die Schreibende. Hatschi!! – Gesundheit! Aber was bedeutet uns das Wort Gesundheit? Sagen wir das einfach als freundliche Floskel oder aus Anstand? Oder wünschen wir dem Gegenüber wirklich Gesundheit? Was bedeutet für mich Gesundheit? Ich bin gesund, auch wenn ich durch meine Allergie eingeschränkt bin. Ich bin gesund, weil ich meinen Alltag selbständig bewältigen kann. Ich bin gesund, weil ich mein Leben mit meiner Familie teilen kann. Solange wir uns guter Gesundheit erfreuen, denken wir nicht gross darüber nach, ob wir auch wirklich gesund sind. Erst wenn wir krank werden oder einen Unfall haben, wünschten wir uns, wir wären gesünder. Gesundheit oder gesund sein bedeutet für jeden von uns etwas anderes. Doch unsere Gesundheit ist ein kostbares Gut. Tragen wir also Sorge zu ihr und erfreuen wir uns an der täglichen Blüte des Lebens. Hatschi!! – Gesundheit!

Brigitte Meier

Mensch und Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich