Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Leitartikel & Editorial    «info» März 2007
 

Das Zeichen des Jona

Kein Zeichen!
Kein anderes Zeichen als...
Ein Zeichen – ganz anders!


Ein Zeichen vom Himmel hätten sie gewollt – die Pharisäer und Schriftgelehrten,
einen Gottesbeweis – einen Beweis dafür, dass Jesus von Gott gekommen war.
Feuer vom Himmel hätte er regnen lassen sollen...
Steine in Brot verwandeln oder Stöcke in Schlangen und umgekehrt.
Das waren beliebte Zeichen. Stattdessen: der Hinweis auf Jona,
den Propheten, der zunächst keiner sein wollte, den Gott, als er davon lief, einholte,
im Sturm auf dem Meer und versunken im Abgrund, verschlungen vom Fisch,
und der erst dann predigte, wie er sollte.

«Es wird euch kein anderes Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Jona.
Die Männer von Ninive taten Busse auf die Predigt des Jona hin.
Und siehe, hier ist mehr als Jona.
Und die Königin von Süden kam von den Enden der Erde,
um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.»

Das Zeichen des Jona.
Die Menschen von Ninive und die Königin von Saba als leuchtendes Beispiel!
Und hier, wo viel mehr war als Jona?! Wo Gott nah gekommen war in seinem Sohn?!
Wo sie Gottes Wort selbst hören konnten?!
Da hörten sie zwar, doch sie verstanden nicht;
und sahen, was vor Augen war, doch sie erkannten es nicht.
Er lebte ganz einfach unter ihnen. Wie sollte er die Gelehrten lehren?!
In Sprichwörtern, Bildern und Gleichnissen sprach er die Sprache der einfachen Leute.
Und Zeichen und Wunder tat er nur aus Erbarmen und nicht als Gottesbeweis.
Sie verblassten in der Erinnerung, verflüchtigten sich.
Vielleicht hatten sie ja gar nichts mit Gott zu tun?

Vor Augen hatten sie einen Menschen, der scheiterte – zuletzt – zunächst;
von Gott verlassen am Kreuz.
Doch später gingen ihnen die Augen auf;
und das Zeichen des Jona bekam einen tieferen Sinn.
«Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Meerungetüms war, so
wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoss der Erde sein.»
Ein Zeichen... ein ganz anderes Zeichen, als sie es erwartet hatten.

Eine Leidensgeschichte... als Heilsgeschichte.
Verschlungen vom Abgrund, versunken im Tod... und gerettet.
Karfreitag... und Ostern.
Vierzig Tage Passionszeit, um dem nachzuspüren und darüber nachzusinnen...
und um die Zeichen zu erkennen. Eine gesegnete Zeit!

                                                                                                    Pfarrer Brigitte Crummenerl



 

Kirchendienst:
Jeden Sonntag feiern wir in unserer Reformierten Kirchgemeinde Küsnacht Gottesdienste. Neben unseren Pfarrpersonen werden Sie immer auch die Sigristin sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenpflege finden. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit uns zu sprechen, wenn Sie ein Anliegen haben. Der Kirchenkaffee oder gelegentlich ein Apéro bieten eine Möglichkeit, den Kontakt mit den Mitgliedern der Kirchenpflege zu vertiefen. Die Reformierte Landeskirche schult alle Behördenmitglieder. Beim dreiteiligen, neu konzipierten Grundkurs 2006 konnten die Kenntnisse über Amt und Arbeitsweise der Kirchenpflege, reformierte Identität und Leiten in Zusammenarbeit mit der Landeskirche erweitert werden. Dazu kam eine ressortspezifische Ausbildung.
Diese Möglichkeit wurde in Küsnacht gut genutzt. Bei den jetzt beginnenden Kirchenpflegetagungen 2007, die unter dem Motto «Das Wort und die Wörter, die Bibel im Gespräch» stehen, wird aus Küsnacht eine Delegation aus Pfarrerschaft und Kirchenpflege teilnehmen. Gerne wollen wir Ihnen darüber berichten. Bei all diesen Veranstaltungen steht neben der Wissensvermittlung immer auch der Austausch mit anderen Kirchgemeinden im Kanton Zürich im Vordergrund. Erfreulicherweise schneidet unsere Kirchgemeinde in der Vielfalt unserer
Pfarrerschaft, unserer Mitarbeitenden und der angebotenen Veranstaltungen sehr gut ab. Nutzen Sie dieses Angebot!
                                                  Gerhard Hubmann
Mensch und Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich