Leitartikel & Editorial «info» November 2004


Auf den Friedhof!
Nicht nur zum Abschiednehmen,nicht nur, wie oft - und besonders - im November,
um ein Grab zu besuchen und innezuhalten,
oder im Sommer auf einer Bank unter den Bäumen zu sitzen,
und zu hören, wie die Vögel zwitschern,
nicht nur, um in die Stille und in sich zu gehn,
sondern auch auf dem Friedhof spazierengehn!
Und sehen und hören, was zu uns spricht:
Steine, Symbole, Skulpturen,
der kleine Teich und der Regenbogen -
in den Glasbausteinen und am Abendhimmel -
und unser Kirchturm aus anderer Perspektive.
Zwei Skulpturen sind mir besonders lieb:
zwei Frauen sitzen nicht weit voneinander,
schauen in verschiedene Richtungen
und laden ein, es ihnen gleich zu tun.
Die eine sieht vor sich hin, die andere ins Weite -
vor sich hin, in sich hinein, Erinnerung...
voraus, ins Weite, Erwartung...
Vergangenheit und Zukunft,
irdisches und ewiges Leben,
doch vor allem das Leben, das vor uns liegt.
Aus der Trauer wie aus Schlaf und Traum und Tod erwachen,
sehen, was noch ist und kommt,
entgegen sehen und entgegen gehen.
Wohin? Ins Weite...
Für einen Tag, für ein paar Stunden, für einen Augenblick.
Das ist der Augenblick des Erwachens,
der die Ewigkeit in sich trägt,
heisst es in einem Gedicht zur einen Skulptur:
«Dann werden Leib und Seele eins sein,
und die Angst wird schwinden und die Hüllen fallen,
und niemand wird sich seiner Tränen schämen,
der Tränen des Schmerzes und der Freude.»
Die Toten und die Lebenden,
die Tiere, die Pflanzen, die Steine,
der Himmel und die Erde
werden uns nahe sein und vertraut.
Das ist der Augenblick des Erwachens,
der die Ewigkeit in sich trägt.
Gott selbst ist nicht mehr der Ferne,
sondern der Allernächste,
denn bei ihm gilt, was ein jüdischer Weiser sagt:
«Es gibt kein ganzeres Ding als ein gebrochenes Herz.»
Raimar Keintzel heisst der Dichter,
«Das Andere anders sehen» heisst sein Buch.
Pfarrer Brigitte Crummenerl
Freiwillig Mitwirkende – unsere Stärke!Am Basar und an anderen Anlässen erfahre ich immer wieder, wie viele Freiwillige sich in unserer Gemeinde einsetzen, oft unbemerkt. Gruppenweise oder einzeln stellen sie Zeit und Mittel zur Verfügung.
Die vielen motivierten Freiwilligen, die neben ihrer Zeit ihre Gaben und Talente ehrenamtlich einsetzen, zeigen, dass wir nicht nur in einer Zeit des Konsums leben!
Ehrenamtlich, ehrenhaft, ehrlich amten und würdig sein, etwas zu tun? Und die Wertschätzung, die sonst über den Lohn zum Ausdruck kommt…? Aber auch: Wie zeige ich freiwillig Mitwirkenden meine Wertschätzung? Für mich wichtig ist echte Dankbarkeit, die ermöglicht, freundlich und friedvoll zu sein. Verständnis haben, wenn jemand zu einer Aufgabe nein sagt. Mut, erneut anzufragen oder später doch noch zuzusagen.
Vielleicht ist ja die Dankbarkeit eine Ehre oder Gabe, die mit Geld nicht zu kaufen ist…? So wie ein Samenkorn, das ruht, um sich dann zu seiner Zeit zu entfalten. Gaben und Talente sind für mich Geschenke Gottes. Ich freue mich, wenn sie genutzt, gut angelegt und verschenkt werden. Nach eigenen Möglichkeiten – da, wo man sich gerade befindet. Um Freude zu stiften und zu erfahren! Mitwirkend oder konsumierend, am Basar oder an anderen Anlässen: Es braucht jede und jeden von uns! Alle sind wertvoll! Heute nehme ich Bezug auf den Basar und danke herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen: «Vergält's Gott!»
Margareta Hari
