Malteser Kreuz
Reformierte Kirche Küsnacht
Leitartikel & Editorial    «info» Februar 2008
 

Schnee in der Bibel

Im Februar hält oft der Winter Einzug. Viele fahren in die Skiferien, andere bleiben zuhause. Die einen freuen sich über die weisse Pracht, andere sind froh, wenn die Strassen und Fusswege frei bleiben. Grund genug, einmal zu fragen: Gibt es
eigentlich Schnee in der Bibel?


Die Antwort lautet: Ja, aber nur ganz wenig. Nur in höheren Lagen, auf dem Berg Hermon etwa, im syrischen Grenzgebiet, das heute ein Skigebiet ist. Und manchmal, aber nur ganz selten, schneit es auch in Jerusalem, doch das wird nicht ausdrücklich erwähnt. Wo Schnee überhaupt erwähnt wird, da geschieht es ja auch nicht, um die dortigen Wetterverhältnisse zu beschreiben, sondern da geht es um Gottes Schöpfung oder um sein Wort.

So werden im Buch Hiob und in einigen Psalmen Schnee, Eis und Hagel als zwar seltene Erscheinungen, aber doch als Zeichen für Gottes Schöpfermacht aufgezählt. Fast möchte es scheinen: nur der Vollständigkeit halber. «Bist du zu den Speichern des Schnees gelangt, und hast du die Speicher des Hagels gesehen...? Aus wessen Schoss ist das Eis gekommen, und wer hat den Reif des Himmels geboren?» (Hiob 38) «Zum Schnee spricht er: Fall nieder zur Erde! Zum Regenschwall: Werde mächtig...! Durch Gottes Atem entsteht das Eis.» (Hiob 37) Schnee und Regen dienen als Gleichnis für die Wirkung von Gottes Wort: «Denn wie der Regen und der Schnee herabkommen vom Himmel und nicht dorthin zurückkehren, sondern die Erde tränken und sie fruchtbar machen und sie zum Spriessen bringen und Samen geben dem, der sät, und Brot dem, der isst, so ist mein Wort, das aus meinem Mund hervorgeht: Nicht ohne Erfolg kehrt es zu mir zurück, sondern es vollbringt, was mir gefällt, und lässt gelingen, wozu ich es gesandt habe.» (Jes. 55, 10 + 11) Und im 147. Psalm heisst es: «Der sein Wort zur Erde entsendet – in Eile läuft sein Gebot –, der Schnee spendet gleich Wollflocken und Reif wie Asche ausstreut, der sein Eis gleich Brocken hinwirft, vor dessen Frost die Wasser erstarren. Er sendet sein Wort – es zerschmelzt sie; er lässt seinen Wind wehen – da rieseln die Wasser.»

Auch im wörtlichen Sinn scheint es mit der sprichwörtlichen weissen Pracht in der Bibel wie bei uns jeweils schnell wieder vorbei zu sein: weil der Schnee nicht lange liegen bleibt, sondern sich bald birgt in schmutzigen Rinnsalen, wie es poetisch heisst. Weiss ist übrigens wie bei uns ein Bild für Unschuld und Reinheit. Weiss wie Schnee ist das Gewand der Engel – etwa am Ostermorgen – und in der Verklärung und in der Offenbarung das Gewand von Christus selbst. Weiss ist gut und schwarz ist böse. Hell und dunkel, Schatten und Licht.

Doch das letzte Wort, das ich vom Schnee in der Bibel gefunden habe, deckt alles Dunkle zu. Gott wird unsere Sünde, wenn sie auch blutrot wäre, weiss wie Schnee machen. Gott Lob, dass dies das letzte Wort über uns ist!

                                                                                      Pfarrer Brigitte Crummenerl



 

Club 4 – Saul und David Kirchlicher
4. Klass-Unterricht

Über 30 Kinder waren im Januar zum
ersten Wochenende (von zweien) ins
Kirchgemeindehaus eingeladen worden.
Der Club 4 mit dem Thema Bibel gilt
als Bestandteil des religionspädagogi-
schen Gesamtkonzepts der Kantonalen
Landeskirche und dient nicht nur der
Wissensvermittlung, sondern auch der
Beheimatung im christlichen Gedankengut.

Das Vorbereitungsteam mit den Kate-
chetinnen und mit Roland Moor hatte
ein abwechslungsreiches Programm zu-
sammengestellt. Die Kinder konnten
viel gemeinsam erleben. Als Einstieg in
die Veranstaltung hielten alle mit ihren
Händen einen bunten Fallschirm, den
sie schwungvoll auf und ab bewegten.
Um «am Ball zu bleiben» waren Acht-
samkeit und Konzen tration gefordert,
Lebendigkeit und Freude spürbar.

Es folgten geschichtliche und örtliche
Informationen als Einstieg: Geschich-
ten von König David wurden erzählt
und spielerisch mit einem Stern-Orien-
tierungslauf im Kirchgemeindehaus
und mit Harfenbauen vertieft. Einen
Höhepunkt bildete das gemeinsam
eingenommene, von zwei Eltern gekochte
Essen. Das Wochenende wird sicher
allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben.

Der Blockunterricht am Freitagabend und
Samstagmorgen ist eine wertvolle
Ergänzung zur Wochenlektion in den
einzelnen Klassen. Gegenseitiges
Sichkennenlernen, Team arbeit und
Gemeinschaft wirken hoffentlich über
dieses Wochenende hinaus.

                           Margareta Hari-Wetli

Mensch und Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich